‘Christ of nations’ in London

Published in Weekly Worker, 161 Crew and NYC Antifa.

Migrant workers have class interests, not Polish interests.

It was one of those typical London neighbourhood events, where crusties and punks rub shoulders with local working class families. On June 21, a free techno, punk and reggae open-air festival in Tottenham’s Markfield Park, dedicated to the ‘international language of music’, offered residents of the north London borough a chance to enjoy the heat wave together. But the fun ended abruptly when up to 40 football hooligan types crashed the party, pelting bottles, throwing rocks and shooting flares at unsuspecting visitors. A young man was stabbed – fortunately, his injuries were superficial. Continue reading

Gentrifizierung Denmark Street

Published in Melodie und Rhythmus 4/2014.

DenmarkStreet Gentrifizierung Denmark Street

Dass in der modernen Welt alles Stehende verdampft und alles Heilige entweiht wird, wussten schon die Verfasser des Kommunistischen Manifests. Wodurch es ersetzt wird, hängt freilich davon ab, welche gesellschaftliche Klasse an den Strängen zieht. Ein wesentlicher Teil der Denmark Street in London – eines Mekkas der örtlichen Rock’n’Roll-Kultur – soll nun einem »ambitionierten« Bauprojekt zum Opfer fallen. Die kleine Straße steht Geschäftsleuten, Gentrifizierern und Yuppies mit philisterhaftem Geschmack im Wege. Continue reading

Ratos de Porão

Published in Melodie und Rhythmus 4/2014

Kellerratten Der Punk der Rebellion

Ein Gespräch mit Sänger und Frontmann João Gordo

Wie beim Punk oft der Fall, begann auch die Geschichte des brasilianischen Hardcore in einem kleinen Ladengeschäft: Fábio Sampaio, später Shouter der einschlägigen Band Olho Seco, eröffnete 1979 im Stadtzentrum von São Paulo Punkrock-Discos (Punkrock-Schallplatten). Mit seinen Vinyl-Importen aus England und Skandinavien – vor allem aber mit den erschwinglicheren Mixtapes, die er selber zusammenstellte – schwor er die lokale Punkgemeinde auf den europäischen Knüppel-Hardcore von Discharge, Chaos UK und Kaaos ein. Continue reading

Stellungnahme zur Lage der besitzlosen Klasse

Published in Melodie und Rhythmus 4/2014

SleafordMods Stellungnahme zur Lage der besitzlosen Klasse

 

Sleaford Mods kamen entgegen weit verbreiteter Ansicht keineswegs aus dem Nichts. Sechs Jahre lang hatten die Briten an ihrem post-punk-lastigen DIY-Rap gebastelt, bevor sie mit dem programmatisch betitelten Album »Austerity Dogs« endlich Aufmerksamkeit auf sich zogen. Das neue Werk heißt »Divide and Exit«. M&R-London-Korrespondent Maciej Zurowski sprach mit dem Frontmann Jason Williamson.

»Mod« ist in der britischen Pop-Ikonografie ein kraftvoller Begriff. Er signalisiert Arbeiterjugend und Subkultur, seit den 90ern aber auch »Cool Britannia« und Nostalgie für ein »goldenes Zeitalter« Englands. Warum also der Bandname? Continue reading

Das Märchen vom kleineren Übel

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In der Theorie-Reihe des Hamburger Laika-Verlags erschien diesen Monat der Titel „Antifa heißt Luftangriff“, der eine marxistische Kritik sowohl am zeitgenössischen Antifaschismus vornimmt. Enthalten sind u.a. Beiträge von Moshe Zuckermann, Susann Witt-Stahl, und Michael Sommer, sowie meine Polemik „Das Märchen vom kleineren Übel“.  Continue reading

“Wen wir nicht verprügeln, den erschiessen wir”

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In England vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht der Glanzzeit des Punk gedenkt. Die Sex Pistols sind nicht erst mit Danny Boyles Olympia-Eröffnungsvideo Teil des Britishness- Konsensus geworden. Auf BBC wird man mit Punk-Retrospektiven geradezu bombardiert. Kein Wunder – war die frühe Londoner Punkszene doch die Schule derer, die heute in den britischen Medien-, Design- und Modeindustrien die Fäden ziehen.

Dem betont proletarischen und rowdyhaften kleinen Bruder des Punk wurde kein solches Schicksal zuteil: An Oi! erinnert man sich nur selten und mit Naserümpfen. Das untrennbar mit dem Skinhead- und Hooligan- Milieu verbundene Subgenre, das um 1980 von Bands wie Angelic Upstarts und The 4-Skins eingeläutet wurde, galt als reaktionäres Sammelbecken, in dem sich vorwiegend Schläger, Sexisten und Rassisten tummelten… Continue reading